Photomatix HDR Nachbearbeitet

HDR Bilder erstellen mit Photoshop oder Photomatix?

HDR Bilder hat sicher jeder schon mal gesehen. Ich war von den meisten Bildern jedoch meist nicht überzeugt, da man den vielen HDR-Bilder aus dem Netz sofort die krasse Bearbeitung ansieht. Nichtsdestotrotz wollte ich ein paar eigene Versuche unternehmen und was nimmt man da, wenn wohl man schon mal die Creative Suite von Adobe hat? Richtig Photoshop!

Wann sind HDR Bilder sinnvoll?

Nun zuerst stellt sich sicher die Frage, für welche Art von Motiven sich HDR-Bilder am besten eignen. Die Antwort ist schnell gefunden: Immer da, wo die Belichtung eine zu hohe Dynamik aufweist, sprich Gegenlichtsituationen, wie der dunkle Raum mit dem hellen Fenster, also am besten keine Innenbeleuchtung und draußen Sonne. Nicht umsonst steht die Abkürzung HDR für High Dynamic Range, also ein Bild mit hohem Dynamikumfang.

Bei vielen Bildern genügt es, wenn man mit Camara-Raw die Regler für die Lichter runter und für die Tiefen raufzieht. Das funktioniert in einem gewissen Umfang, aber bei starkem Gegenlicht, wie der Blick aus dem Kellerfenster bei Tageslicht stößt man da schnell an die Grenzen: Die hellen Bereiche sind dann meist völlig überstrahlt und bestehen dann nur noch aus reinem Weis. Würde man diese überbelichteten Bereiche herunterregeln, werden diese dann eher Grau, anstatt weitere Details preiszugeben. Wo keine Bildinformation mehr vorhanden ist, kann eben auch nichts mehr geregelt werden.

[image-comparator classes="hover" left="736" right="735" title="Ziehen Sie den Regler zum Vergleich: überbelichtetes Bild Original/Tiefen auf Max- und Lichter auf Minimum"][/image-comparator]

HDR Voraussetzungen

Um nun ein HDR-Bild zu erstellen, wird eine Belichtungsreihe benötigt. Die meisten Kameras besitzen diese Möglichkeit automatisiert. Meine Fuji-XT1 macht in diesem Modus leider nur 3 Bilder, was leider etwas zu wenig sind. Empfehlen würde ich mindestens 5 Bilder, vielleicht sogar 7 – kommt natürlich darauf an wie stark die Lichtunterschiede sind. Wichtig bei der Belichtungsreihe sind daher folgende Punkte:

  • alle Bilder müssen zwingend denselben Ausschnitt haben und dürfen bloß nicht verwackeln, also am besten Stativ verwenden!
  • im dunkelsten Bild der Reihe dürfen die hellsten Motivbereiche (Gegenlicht) nicht mehr überstrahlen (kein Weiß)
  • im hellsten Bild sollte in den dunkelsten Motivbereichen kein Schwarz mehr sein
  • idealerweise die Belichtungsreihe nur über die Verschlusszeit regeln, also weder ISO, noch Brennweite und auch nicht die Blende zwischen den Aufnahmen verändern
  • je nach Motiv hohe Blende verwenden und Focus recht weit vorne setzen (Stichwort Hyperfokale Distanz)

Da ich ungern Qualitätsverluste in Kauf nehme, habe ich meist immer im RAW-Modus gearbeitet. Doch das macht sich nicht nur die Speicherkapazität (7x33MB=231MB), sondern auch später in der Verarbeitungszeit bemerkbar.

HDR – Bild erstellen

Aus der Belichtungsreihe soll nun ein HDR-Bild erstellt werden. Dazu will ich kurz die Vorgehensweise von Photoshop und später die von Photomatix zeigen.

Variante 1: HDR mit Photoshop erstellen

In Photoshop geht das mit einem Klick auf Datei/Automatisieren/In HDR-Pro zusammenführen:

Datei/Automatisieren/Zu HDR-Pro zusammenfügen
Datei/Automatisieren/Zu HDR-Pro zusammenfügen

Als nächstes werden die Bilder der Belichtungsreihe ausgewählt. Hier akzeptiert Photoshop auch die gängigen RAW-Formate, braucht bei der HDR-Generierung jedoch dann deutlich länger bzw. bricht sogar ab, weil der Arbeitsspeicher nicht ausreicht.

Mit der Option „Quellbilder nach Möglichkeit automatisch ausrichten“ können kleine Verwackler korrigiert werden.

Belichtungsreich laden
Belichtungsreich laden

Nach ein wenig Rechenaufwand zeigt dann Photoshop eine Bearbeitungsmaske mit der sich das HDR-Bild verfeinern lässt. Es macht auch wenig Sinn, die einzelnen Regler und Einstellmöglichkeiten im Detail zu erklären – hier sollte man selbst solange probieren, bis das gewünschte Ergebnis erzielt wurde.

Und hier sind wir auch beim Problem von Photoshop – mir will es einfach nicht gelingen ein HDR-Bild zu erzeugen, dass weder im Kontrast verwaschen noch überbetont krass bearbeitet ist – egal welche Voreinstellungen oder benutzerdefinierte Einstellungen ich treffe. Schlimmer noch ist die Tatsache, dass die Bilder nach vollendeter Bearbeitung teilweise völlig anders aussehen, als in der Vorschau und manchmal starke Artefakte enthielten.

[image-comparator classes="hover" left="734" right="733" title="Ziehen Sie den Regler zum Vergleichen: Bild vor HDR Generierung (Vorschau) /fertig gerendertes Bild"][/image-comparator]

Die aus meiner Sicht anfänglich ungenügenden Ergebnisse hatte mich lange Zeit von weiteren HDR-Bildern abgeschreckt. Zumal das den ganzen Bearbeitungsaufwand nicht rechtfertigte. Aber wie sollte man den hohen dynamischen Lichtverhältnissen des Beispielbildes sonst gerecht werden?

Variante 2: HDR-Bild mit Photomatix generieren

Irgendwann stieß ich dann durch Zufall auf das Programm Photomatix und war über dessen Ergebnisse erstaunt. Noch besser ist allerdings, dass das Programm kostenfrei ist!

Auch hier ist der Start ähnlich, zuerst wird die Belichtungsreihe geladen:

Belichtungsreiche in Photomatix laden
Belichtungsreiche in Photomatix laden

Photomatix unterstützt ebenfalls alle gängigen Bild- und RAW-Formate. Auch hier müssen vorher selbsterklärende Voreinstellungen getroffen werden:

Vorverarbeitungen - Optionen bei der HDR Erstellung in Photomatix
Vorverarbeitungen – Optionen bei der HDR Erstellung in Photomatix

Danach fängt Photomatix an und berechnet das HDR-Bild, was verglichen mit Photoshop nicht viel länger dauert. Erstaunlich ist dann aber, was Photomatix als Ergebnis präsentiert – das sieht schon deutlich besser aus, als der erste Versuch in Photoshop. Bei Photomatix lassen sich zudem noch viel mehr Vorgaben auswählen, sowie noch detailreichere Einstellungen treffen:

Einstellungen und Vorgaben für das HDR-Bild in Photomatix
Einstellungen und Vorgaben für das HDR-Bild in Photomatix

Nun auch hier gilt einfach ausprobieren was die einzelnen Regler bewirken. Am Ende klickt man dann auf Verarbeiten und kann dann das gerenderte Bild abspeichern. Ich würde zudem empfehlen das generierte HDR-Bild im TIF-Format abzuspeichern, denn dann lässt sich dieses mit Camera-RAW von Photoshop noch etwas nachbearbeiten und anpassen.

Nachbearbeitung des HDR-Bildes

Egal ob nun mit Photoshop oder mit Photomatix ein paar optional und abschließende Bearbeitungsschritte bleiben noch. So erhöhe ich gern noch den Kontrast, sowie die Dynamik um das Bild noch etwas „knackiger“ zu machen. Für die Bearbeitung des HDR-Bildes nutze ich dann aber doch lieber wieder Photoshop, weil ich damit einfach vertrauter bin. Das Ergebnis lässt sich sehen:

HDR – Empfinden

Sicher zu Beginn des Artikels schrieb ich, dass ich noch vor geraumer Zeig eigentlich kein Freund von HDR-Bildern war und mein Ergebnis sieht sicher auch nicht mehr unbedingt natürlich aus. Mittlerweile empfinde ich jedoch HDR-Bilder als eine Art Kunst, denn sie wirken zumeist etwas idealistischer, bzw. wie aus einem Märchen. Wenn man zudem die einzelnen über- bzw. unterbelichteten Bilder vor der Konvertierung mit dem Endergebnis vergleicht, dann hätte ich diese sicherlich gelöscht und als qualitativ minderwertig bzw. unbrauchbar verworfen. Das HDR-Bild hingegen will gezeigt werden 😉

Photomatix HDR Nachbearbeitet
Photomatix HDR Nachbearbeitet

Fazit

Mit Photomatix lassen sich viel einfacher schöne HDR-Bilder generieren, in Photoshop ist das eher Glückssache.

Die Belichtungsreihe biete ich für private Zwecke zum selbstausprobieren gern zum Download an!

2 Gedanken zu „HDR Bilder erstellen mit Photoshop oder Photomatix?“

  1. „Die Belichtungsreihe biete ich für private Zwecke zum selbstausprobieren gern zum Download an!“

    Ich bitte dich um den Downloadlink (oder übersehe ich da etwas…;-)

    Herzlichen Dank im Vorhinein

Kommentare sind geschlossen.